Sonido

2005 gründete ich nach langjährigen und inspirierenden Erfahrungen als Künstler, Coach und Therapeut das Institut für Stimme und Atmung SONIDO mit angeschlossener Praxis für Stimm-, Sprech- und Atemtherapie im Zentrum von Hannover.

SONIDO [soˈniðo], spanisch = Ton, Klang, Schall

Philosophie und Methoden

Ziel und Basis meiner Arbeit bildet sowohl in der Therapie als auch im Coaching die Gesundheit der Stimme. Dies geschieht über ein funktionales und ökonomisches Ausbalancieren des Körpers im Umgang mit Stimme, Sprechen und Atmung. Jeglicher Ausdruck der persönlichen Intention, die hinter jeder stimmlichen Äußerung steht, wird somit differenzierter und gewinnt an Effektivität.

Stimmliche Äußerung, Körpersprache und Persönlichkeit sind untrennbar miteinander verbunden. Daher ist ein ganzheitlicher Ansatz für mich selbstverständlich. Die Auswahl der Inhalte erfolgt entsprechend individuell auf Ihre persönlichen und beruflichen Bedürfnisse und Anforderungen abgestimmt. Um die für Sie wirkungsvollsten Übungen anzubieten, wähle ich sie aus einem Pool von Methoden, in die viele Einflüsse einmünden und die ich im Laufe der Jahre stetig optimiert und verfeinert habe. Ein gezielter Praxisbezug ist wichtiger Bestandteil meiner Arbeit und ermöglicht Ihnen den fließenden Transfer in Ihre Alltagssituation.

Raum

Die Entwicklung der Stimme, der Atmung und des Sprechens bedeutet Körperarbeit und benötigt einen freien Kopf, einen geschützten Raum und eine Atmosphäre, in der man sich wohlfühlt. Diese finden Sie im SONIDO in einer hellen und lichten Dachetage. Hier ist man ungestört und ohne Zuhörer – die besten Voraussetzungen, um in eine kreative Arbeitsatmosphäre einzutauchen und sich Zeit und Raum zum Lernen, zum Wahrnehmen und Ausprobieren zu nehmen.

 

GLOSSAR

Gesangstherapeut

Wenn Sängerinnen oder Sänger eine Störung oder Erkrankung der Singstimme (Dysodie) entwickeln und in Folge dieser Erkrankung das Gefühl für die eigene Stimme verlieren oder ein neues Stimmziel realisieren müssen, brauchen sie therapeutische Unterstützung. Ein Gesangstherapeut kann ihnen diese Unterstützung bieten.

Auch wenn der Begriff der Gesangstherapie in Deutschland bisher noch nicht geschützt ist, steht er idealerweise für die Kombination aus einem Abschluss in einem staatlich anerkannten stimmtherapeutischen Beruf und der professionellen Bühnenerfahrung als Sängerin oder Sänger.

Neben seinen medizinischen, pädagogischen und therapeutischen Kompetenzen ist die eigene professionelle Bühnenerfahrung des Gesangstherapeuten von unschätzbarem Wert für die Therapie. Als Sänger ist er sich der Anforderungen an die spezifische Leistungsbereitschaft der Stimme in Verbindung mit dem künstlerischen Ausdruck bewusst und kann so als Therapeut optimal und ganzheitlich alle Faktoren und Rahmenbedingungen in die Arbeit mit einbeziehen, die hier eine Rolle spielen.

Ein Gesangstherapeut sollte selbst über eine klare, fundierte, gesunde und ökonomische Gesangstechnik verfügen und deren Zusammenhänge durchdrungen haben. Das verschafft ihm die Kompetenz für die Gesangstherapie, einzelne Elemente der Gesangstechnik vorsingen oder Fehlfunktionen veranschaulichen zu können.

„Die Lücke in der Versorgung von professionellen Stimmen können nur Spezialisten überbrücken, die eine Brücke bauen zwischen einer medizinisch-wissenschaftlichen Betrachtung der Stimmphysiologie und Stimmpathologie und den künstlerischen Anforderungen an die Stimme.“

(Dr. rer. hum. biol. Elena Kramer, Prof. Dr. Rainer Schönweiler: „Ausbildung zum Gesangstherapeuten: Muss diese Spezialisierung sein?“, Sprache – Stimme – Gehör 2017; 41, S. 64)

Ganzheitlich

Stimme, Sprechweise, Atmung und Körpersprache sind untrennbar mit der Persönlichkeit und dem sozialen Umfeld eines Menschen verbunden. Die Entwicklung des Menschen auf diesen Gebieten kann infolgedessen nicht allein durch isoliertes Muskeltraining erreicht werden.
Eine wesentliche Voraussetzung, um eine effektive und nachhaltige Wirkung zu erzielen, besteht für mich darin, einen gemeinsamen, vertrauensvollen und lösungsorientierten Arbeitsprozess zu gestalten, in dessen Mittelpunkt der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen, Möglichkeiten und Zielen steht. Meine Aufgabe als Coach und Therapeut sehe ich darin, meine Erfahrungen und Kompetenzen dafür einzusetzen, die Gesamtheit der Einflussfaktoren auf Stimme, Sprechen und Atmung im Blick zu haben, ihre Wechselwirkungen zu nutzen und diese angemessen in die Arbeit zu integrieren.

Konzept

Das Konzept Schlaffhorst-Andersen ist ein ganzheitlich und ganzkörperlich ausgerichtetes Konzept zur optimalen Entfaltung, Ökonomisierung und Regeneration von Stimm-, Sprech- und Atemfunktionen.
Es wird im Coaching von stimm- und sprechintensiven Berufen angewandt, in der Begleitung und Regeneration der künstlerischen Leistungsstimme von Sängern und Schauspielern sowie in der Therapie von Atem-, Sprech- und Stimmstörungen. Methoden zum Stressmanagement sowie zur Regeneration und Vitalisierung des Menschen in Leistungssituationen sind grundsätzliche Bestandteile des Konzeptes. Hier steht das Strukturieren sowie das körperliche und mentale Rhythmisieren von Abläufen mit seinen Pausen und Lösungsphasen im Zentrum der Arbeit nach Schlaffhorst-Andersen.
Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen entwickelten das Konzept vor mehr als 100 Jahren als Antwort auf die Entfremdung der Menschen von sich selbst zur Zeit der Industrialisierung und Technisierung. Damit ist es in unserer Zeit wieder hochaktuell. Seit der Niederlassung der beiden Gründerinnen Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen in Berlin 1898 wurde das Konzept kontinuierlich weiterentwickelt. In dem 2010 erschienenen Buch „Stimme und Atmung“ hat die Ärztin und Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin Dr. med. Antoni Lang das Konzept, basierend auf den aktuellen medizinischen Erkenntnissen, wissenschaftlich fundiert.

Wesentliche Inhalte des Konzeptes Schlaffhorst-Andersen:

 

  • Optimierung der Leistung der Stimm-, Sprech- und Atemorgane über das Entwickeln einer ausbalancierten Spannung und Koordination der muskulären Systeme von Aufrichtung, Atmung, Bewegung, Artikulation und Stimme unter gezielter Nutzung ihrer Zusammenhänge und Wechselwirkungen
  • Sensibilisierung der Eigenwahrnehmung als Basis für einen achtsamen Umgang mit Atmung und Stimme
  • Individuelle, ganzheitliche, systemische und lösungsorientierte Herangehensweise
  • Person- und prozessorientierte Auswahl und Anleitung der anzuwendenden Methoden

(Quelle: Lang, A. und Saatweber, M., Stimme und Atmung. Schulz-Kirchner Verlag, Idstein, 2. Auflage 2011, S. 17, 23-24)