Was ist eine Sprechtherapie?

In der Sprechtherapie werden Störungen der Atmung, der Artikulation und der Aussprache behandelt. Das Ziel einer Sprechtherapie ist die Verbesserung und Ökonomisierung des Sprechablaufes und des Sprechtempos bzw. die Wiederherstellung der Kommunikationsfähigkeit.

Was können Sie tun, wenn Sie Anzeichen einer Sprechstörung bemerken?

Erster Ansprechpartner ist Ihre Hausarztpraxis oder eine Facharztpraxis für Phoniatrie oder Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, die eine genaue Diagnose stellt. Wenn Sie ein Rezept für Sprechtherapie erhalten, nehmen Sie Kontakt mit mir auf, um Termine für die Therapie zu vereinbaren. Die ärztlich verordnete Sprechtherapie wird regulär von den Krankenkassen erstattet.

Was findet in der Sprechtherapie statt?

In einem ausführlichen Erstgespräch besprechen wir Ihre Beschwerden, Ihre Diagnose und die Einschränkungen, die Sie beim Sprechen in Ihrem persönlichen und beruflichen Alltag erleben. Darüber hinaus verschaffe ich mir durch eine differenzierte Diagnostik einen genauen Eindruck von Ihren Atem- und Sprechfunktionen. Daraufhin klären wir, wie der Ablauf Ihrer Sprechtherapie erfolgen wird und welche Bedürfnisse Sie im Hinblick auf Ihr Sprechen und das Therapieziel haben.

In der Sprechtherapie begleite ich Sie mit verschiedenen individuell ausgewählten Methoden und Übungen dabei, den Sprechablauf sowie die korrekte Bildung der Sprachlaute bewusst wahrzunehmen. Einflussfaktoren wie Ihre Gesamtkörperspannung, Aufrichtung und Atmung werden dabei berücksichtigt. Sie lernen, Ihren Umgang mit den Atem- und Sprechfunktionen bewusst zu steuern. Ich unterstütze Sie, eine funktionale und ökonomische Sprech- und Atemtechnik zu entwickeln, sie zu automatisieren und nachhaltig auf Ihre berufliche und private Alltagssituation zu übertragen.

Die Sprechtherapie im SONIDO folgt einem ganzheitlichen Ansatz und bezieht den ganzen Menschen mit seiner Persönlichkeit ein. Auf dem Weg zu Ihrem Therapieziel begleite ich Sie individuell und orientiert an Ihrem persönlichen Lernprozess. Bei Bedarf unterstütze ich Sie dabei, die neu gelernte Sprechtechnik in Stress- und Belastungssituationen anzuwenden und Ängste oder Hemmungen beim Sprechen abzubauen.

Woran können Sie eine Sprechstörung bzw. einen Sprechfehler erkennen?

Störungen des Sprechens betreffen nicht die gedankliche Erzeugung der Sprache (Sprachstörung), sondern die Sprechbewegung der Artikulationsorgane. Bei einer Sprechstörung können einzelne oder mehrere Sprachlaute nicht korrekt, deutlich und flüssig ausgesprochen werden.

Anzeichen einer Artikulationsstörung oder Artikulationsschwäche:

  • Undeutliche, unverständliche Aussprache, Ihr Gegenüber muss häufig nachfragen
  • Präzise Aussprache fällt schwer oder strengt an
  • Bestimmte Laute werden nicht korrekt gebildet, häufig betroffen: /s/ „Lispeln“ (Sigmatismus), /sch/, /ch/, /R/ etc.
  • Störung der Nasalität (die Stimme klingt zu nasal oder, im Gegensatz dazu, „wie verschnupft“), evtl. auch kombiniert mit nächtlichem Schnarchen

Anzeichen einer Störung des Redeflusses:

  • Zu hohes Sprechtempo
  • Verhaspeln beim Sprechen
  • Verwaschene Aussprache durch zu schnelles Reden und Verschlucken von Lauten
  • Ungewollte Pausen oder Unterbrechungen des Sprechablaufs, Einschübe oder Wiederholungen von Lauten, Silben oder Worten

Häufig wird durch Störungen der Artikulation begleitend auch die Produktion der Stimme beeinträchtigt, erkennbar durch:

  • Eine leise, resonanzarme Stimme
  • Anstrengungsgefühl im Hals beim Sprechen
  • Heiserkeit

Wodurch kann eine Sprechstörung entstehen?

Die motorischen Fertigkeiten der Artikulationsmuskulatur können durch funktionelle oder organische Ursachen im Bereich der Lippen, Zähne, Zunge, des Gaumens und des Rachens beeinträchtigt werden.

Funktionelle Ursachen:

  • Fehlerhafte Angewohnheiten in der Bildung bestimmter Laute
  • Stress oder Nervosität in beruflich oder privat angespannten Lebenssituationen
  • Schwäche oder muskuläres Ungleichgewicht im Bereich der Mund- und Gesichtsmuskulatur (Myofunktionelle Störung)
  • Ungeübte Wahrnehmung beim Hören oder Spüren der Lautbildung
  • Primär fehlerhafte Entwicklung der Artikulation während des Spracherwerbs
  • Sprechvorbilder mit Artikulationsstörungen
  • Aufregung oder Angst oder Hemmungen beim Sprechen vor anderen Menschen und/oder vor Gruppen oder in bestimmten Situationen
  • Psychische Ursachen

Organische Veränderungen:

  • Zahn- oder Kieferfehlstellungen sowie kieferorthopädische Apparaturen zu deren Therapie („Zahnspangen“ u. a.)
  • Zahnersatz
  • Verletzungen durch Unfälle
  • Zustand nach Operationen
  • Beeinträchtigungen des Hörvermögens
  • u. a.

Sprechtherapie

Ich schätze Holger Bechtels exakte Arbeit, seine klaren Anweisungen, die gezielten und alltagstauglichen Techniken. Als besonders habe ich seine offene Art erlebt. Es gelingt ihm, mit einem gesunden Witz und Esprit an die Arbeit heranzugehen bei gleichzeitig hochprofessioneller, vertrauensvoller Arbeitsatmosphäre. Besonders das Veranschaulichen durch Vormachen hat mir sehr geholfen, zu verstehen, worum es geht und mich daran zu orientieren. Von ihm habe ich gelernt, meine Aussprache bewusst zu verändern. Dabei hat mich auch seine Sichtweise gefreut, in der es immer klar war, dass der Dialekt zu einem Menschen und seiner persönlichen Identifikation gehört, man aber lernen kann, in bestimmten Situationen professionell seine Aussprache bewusst zu führen. Meine Aussprache ist deutlich präziser geworden, was für mich eine große Unterstützung ist und mir in Verkaufs- und Beratungsgesprächen sowie bei Präsentationen Sicherheit gibt.

Karsten Randall